Handlungsempfehlung – Schutz des Kindeswohls bei häuslicher Gewalt
Eine Handlungsempfehlung für Jugendämter, andere Behörden und Beratungsstellen. Herausgeber ist das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI)
Eine aktuelle Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamts (BKA) und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) macht deutlich: Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationshintergrund sowie Menschen aus der queeren Community sind überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen.
Am 10. Februar haben das BMBFSFJ und das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) die in Kooperation mit dem BKA entstandene Studie »Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)« vorgestellt.
Ein zentrales Ergebnis:
Ein Großteil der erlebten Gewalthandlungen in Deutschland wird nicht zur Anzeige gebracht – die Dunkelziffer bleibt hoch.
Ergänzend zur aktuellen BKA-Studie wurden im Zweiten Periodischen Sicherheitsbericht im Schwerpunkt-Kapitel 3.2 »Geschlechtsspezifische Kriminalität gegen Frauen und Hasskriminalität gegen LSBTTIQ« sachsenspezifische Daten ausgewertet. Die Ergebnisse beinhalten Angaben zu:
Die Fachstelle Häusliche Gewalt der LAG Gewaltfreies Zuhause Sachsen e. V. sowie die Servicestelle Gewaltprävention des Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen e. V. organisierten im November 2024 den Kooperationsfachtag »Kinder als Betroffene von Häuslicher Gewalt – Kinderschutzverfahren kooperativ gestalten«.
Im Anschluss wurde zudem eine Dokumentation mit einer Zusammenfassung rechtlicher und fachlicher Informationen erstellt.
Die Umfrage von Plan International aus dem Jahr 2023 zu den Männlichkeitsbildern von jungen Männern zwischen 18 und 35 Jahren weist bedenkliche Zahlen in Bezug auf Gewalt in der Partnerschaft auf.
GEWALT IN DER PARTNERSCHAFT (Auszug):
• Mehr als ein Drittel der befragten Männer (34 Prozent) gibt an, dass sie gegenüber Frauen schon mal handgreiflich werden, um ihnen Respekt einzuflößen.
• Für jeden dritten Mann (33 Prozent) ist es akzeptabel, wenn ihm bei einem Streit mit der Partnerin gelegentlich die Hand ausrutscht.
Am 26. September 2023, fand zum vierten Mal der Malteser-Fachtag zum Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Die Organisation der Veranstaltung erfolgte durch die Multiplikatorinnen für Gewaltschutz.
Neben spannenden Vorträgen unter anderem mit Einblicken in die Studie bezüglich Heim-TÜV in Erstaufnahmeeinrichtungen in Sachsen und Möglichkeiten in Vergabeprozessen, hatten die zahlreichen Teilnehmenden am Nachmittag auch Gelegenheit zum Vernetzen und Fragen an die Referentinnen und Referenten zu stellen.
Eine Handlungsempfehlung für Jugendämter, andere Behörden und Beratungsstellen. Herausgeber ist das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI)
Qualitätsstandards der Einrichtungen im Hilfesystem häuslicher Gewalt in Sachsen Es sind Soll-Standards mit empfehlenden Charakter für Beratungsstellen in Fällen von häuslicher Gewalt. Herausgeber Landespräventionsrat (LPR)
Herausgeber Landratsamt Landkreis Leipzig
Das Projekt Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung und häuslicher Gewalt verbessert die medizinische Versorgung der Betroffenen und befördert die Erhöhung der Verurteilungsquote.
Der Childhoodhaus-Ansatz an der Uniklinik Leipzig: Kindzentrierte Versorgung eines missbrauchs-/gewaltbetroffenen Kindes durch Koordination der fallbearbeitenden Systeme – Erfahrungen und Ausblicke für Sachsen.
Der Vortrag stellt Täterstrategien vor. Er beleuchtet welche Auswirkungen diese auf das Handeln von Fachkräften haben können und zieht Schlussfolgerungen für die Praxis.
Von Istanbul nach Dresden. Zum Ausbau der Hilfe- und Unterstützungsstrukturen bei geschlechtsspezifischer Gewalt im Freistaat Sachsen.
ReSi+ Resilienz und Sicherheit - Konzept zur Prävention häuslicher und sexualisierter Gewalt im Setting von Kindertageseinrichtungen.
Bei akuter, aber auch bei latenter häuslicher Gewalt ist umfassende Intervention, aber auch Prävention vor einem Eskalieren bis hin zu Femiziden und Kindsmord notwendig. Professionelles Vorgehen u. a. durch Beratungsstellen, Polizei, Anwaltschaft und Gericht können dabei überlebensnotwendig sein.
»Schutz und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche« – Heike Völger
»Prävention und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche« – UBSKM Kerstin Claus
»Stoppt Gewalt gegen Kinder« - Kinospot zur sächsischen Kampagne zum Kinderschutz
Vortrag »Schweigen macht schutzlos« – Ricarda Theis, WEISSER RING