27.07.2026

JIMplus-Studie 2026 veröffentlicht

Grafikdatei JIMPlus2026
mpfs Rheinland-Pfalz 
© JIMPlus2026

Studie zu digitalem Wohlbefinden von Jugendlichen: Social-Media-Nutzung als Drahtseilakt zwischen Inspiration und Belastung

Studie zu digitalem Wohlbefinden von Jugendlichen: Social-Media-Nutzung als Drahtseilakt zwischen Inspiration und Belastung

Erst gute Laune, dann ein schlechtes Gewissen: So beschreiben viele Jugendliche das Scrollen durch ihren Social-Media-Feed. 72 Prozent geben an, dass Social Media sie von Dingen ablenkt, die sie eigentlich tun sollten und 55 Prozent berichten, dass ihnen dadurch Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten fehlt. Die häufigste Nebenwirkung des Dauerscrollens: eine spürbare Verringerung der Konzentrationsfähigkeit (40 %). Auf der anderen Seite bieten die Plattformen für 82 Prozent einen wichtigen Zugang zu Wissen und etwa die Hälfte berichtet, sich dort verstanden zu fühlen. Die neue JIMplus-Studie 2026 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigt, wie Jugendliche die Chancen und Belastungen digitaler Medien erleben und welche Auswirkungen dies auf ihr digitales Wohlbefinden hat. (JIMplus 2026)

Eine zentrale Rolle für das digitale Wohlbefinden spielt Social Media und dabei vor allem YouTube, Instagram, TikTok und Snapchat. Die Nutzung der Plattformen ist derzeit die verbreitetste Online-Aktivität unter Jugendlichen. Gleichzeitig fällt die Bewertung deutlich ambivalenter aus als bei anderen digitalen Freizeitaktivitäten: Während etwa Musikhören überwiegend mit positiven Gefühlen verbunden ist und auch häufig als Strategie zum Umgang mit Belastungen genutzt wird, erleben Jugendliche Social Media als ständiges Wechselspiel zwischen positiven Erlebnissen und belastenden Erfahrungen. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Mädchen: Sie nutzen soziale Netzwerke häufiger als Jungen, berichten zugleich aber auch häufiger von Vergleichsdruck und geben deutlich öfter an, sich im eigenen Körper unwohl zu fühlen.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR) seit 1998 jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Mit der JIMplus-Studie 2026 legt der mpfs nun eine ergänzende Sonderstudie zum digitalen Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen vor. Dazu dokumentierten in einem ersten, qualitativen Schritt 33 Jugendliche ihren digitalen Alltag mittels Online-Tagebuch, anschließend nahmen 20 von ihnen an einem Online-Einzelinterview teil. In einem zweiten Schritt wurde mit 800 Jugendlichen zwischen dem 13. und 27. Mai 2026 eine repräsentative Online-Umfrage durchgeführt. Alle Ausgaben der JIM-Studie seit 1998 sind als PDF unter www.mpfs.de abrufbar.

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