Kampagne »Alltag ohne Gewalt« in Sachsen gestartet
»Alltag ohne Gewalt« – Sachsenweite Kampagne zur Aufklärung über häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen
In Sachsen nimmt die Zahl häuslicher Gewaltdelikte deutlich zu – in den letzten sechs Jahren stieg sie um 33 Prozent: von 7.698 Fällen im Jahr 2019 auf 10.202 Fälle 2024. Mit der neuen Kampagne »Alltag ohne Gewalt« macht das Sozialministerium mit dem Landespräventionsrat (LPR) auf das Ausmaß und die Folgen geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt aufmerksam.
Der 14. Februar ist als Starttermin für die sachsenweite Kampagne »Alltag ohne Gewalt« bewusst gewählt. Als Aktionstag »One Billion Rising« (englisch für »Eine Milliarde erhebt sich«) setzt er sich für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein. Gleichzeitig geht unter www.gewaltschutz.sachsen.de eine zentrale Website mit gebündelten Informationen für Betroffene, Umfeld, Fachkräfte und Interessierte online.
Die Öffentlichkeit wird landesweit durch Plakate, Social‑Media‑Beiträge, Fahrgast‑TV und Spotify‑Spots sensibilisiert. Die Motive regen zum Nachdenken an: Wann wird Nähe zur Kontrolle? Wann wird ein Alltagsgegenstand zum Symbol von Macht oder Missbrauch?
Die Kampagne ist Teil der Umsetzung des Landesaktionsplans (LAP) des LPR. Zudem hat Sachsen 2025 den Vorsitz der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister (GFMK) übernommen – mit dem Leitthema »Gleichwertige Teilhabe durch Ressourcengerechtigkeit«, wo auch die Zusammenhänge zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen verhandelt werden. Der Freistaat arbeitet derzeit an der Erstellung des Sächsischen Gewalthilfegesetzes in Umsetzung des Rechtsanspruches auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer Gewalt. Der Rechtsanspruch gilt ab 2032, so dass der bedarfsgerechte Ausbau des Hilfesystems in Sachsen vorangetrieben wird.
Bis Ende 2026 werden in Kooperation mit dem sächsischen Gewaltschutznetzwerk weitere Themenschwerpunkte gesetzt.